
Vor ein paar Tagen musste ich wieder an die Worte denken, die Samantha, eine Künstlerin und Heilerin aus Mexiko, vor ca. 10 Jahren wieder und wieder zu mir gesagt hat: „Chrischa, du musst innen arbeiten“. Ganz ehrlich, es hat ein bisschen gebraucht, bis es damals bei mir „klick“ gemacht hat und ich kapiert habe, was sie eigentlich meint…
Aber kürzlich habe ich wieder für mich selbst bemerkt, dass mich dieses „innen arbeiten“ um viele Schritte weiter bringt, als das alleinige Arbeiten im Außen. Falls es bei dir jetzt auch nicht gleich „klick“ macht, gebe ich dir ein Beispiel ; )
Arbeit im Außen vs. „innen arbeiten“
Am Anfang meiner 30er habe ich mich oft sehr gestresst gefühlt und war trotz vieler Privilegien nicht wirklich glücklich. Ich dachte damals, dass ich nur härter arbeiten müsste, nur mehr „die richtigen Leute“ treffen müsste, nur einen perfekteren Körper haben müsste und dass ich dadurch dem Leben näher kommen könnte, das ich mir wünschte und das mich in meiner Vorstellung glücklich machen würde: Erfolg mit meiner Kunst, Ausstellungen und vielleicht auch eine Galerie, die mich vertritt, Interviews, Artikel, Aufmerksamkeit… und natürlich: eine Beziehung.
Das Paradoxe war: Je mehr ich mich im Außen anstrengte, desto blockierter, gestresster, uninspirierter und leerer fühlte ich mich. Je mehr ich tat, um Männern zu gefallen, desto weniger interessiert schienen sie. Und ich selbst, die allen anderen gefallen wollte, wusste irgendwann gar nicht mehr so genau, was ich wollte oder wer ich tief drinnen wirklich war.
Manchmal habe ich mich richtig verbogen und mich auf einmal für Themen „interessiert“, für die ich eigentlich nicht wirklich brannte, nur um Männern, die ich gut fand, zu imponieren oder sie für mich zu begeistern. Oder ich habe Themen, die mir wichtig waren, „versteckt“, weil ich dachte, andere würden mich dann in eine bestimmte Schublade stecken. Ich habe versucht, die Kunstwelt und den Kunstmarkt zu verstehen und bin dadurch manchmal eher zu einer Kunstexpertin geworden als der Künstlerin in mir Platz zu geben… Ich bin die Dinge vor allem mit dem Kopf angegangen.
Die Kraft des Verbunden-Seins
Rückblickend sehe ich, dass interessanterweise meist die Arbeiten besonders gut ankamen, die ich aus einer spontanen Eingebung, einem inneren, intuitiven Wissen unbedingt machen wollte, auch wenn sie logisch gesehen erst einmal nicht unbedingt Sinn ergaben. Die Situationen, in denen ich meinem Herzen, meiner leidenschaftlichen Neugierde gefolgt bin, haben oft die besten Überraschungen für mich bereit gehalten.
Je näher ich bei mir war und mir selbst vertraut habe, desto erfolgreicher war das, was ich gemacht habe und desto mehr habe ich die Menschen getroffen, bei denen ich nicht das Gefühl hatte, dass ich mich verstellen oder verstecken müsste, Menschen, bei denen ich so sein und mich so zeigen konnte, wie ich wirklich bin. Und auch Männer haben sich oft dann für mich interessiert, wenn ich MEINER Leidenschaft gefolgt bin und darin aufgeblüht bin…
Sich selbst Vertrauen vs. sich am Wissen im Außen festhalten
Aber: In unserer Welt, in der so viele Menschen überzeugt ihre Meinungen und Ansichten in die Welt tragen, verführt das oft dazu, zu glauben, andere wüssten es besser, was richtig für einen ist oder einem gut tut. Und es scheint ja manchmal auch einfacher, einem „Rezept“ zu folgen, statt selbst auf die Suche zu gehen und wirklich darauf zu vertrauen, dass wir auch schon ganz viel Wissen und Weisheit in uns tragen. Doch dafür müssen wir uns selbst zuhören und lernen, das, was unseres ist, von dem, was von außen kommt, nach und nach zu unterscheiden. Auch mir fällt das nicht immer leicht.
Und in manchen Phasen halte ich mich dann auch lieber an einem Außen fest, vertraue lieber darauf, was irgendwelche Marketing- oder Business Experten erzählen, als darauf, was mein Herz sagt… Natürlich ist Wissen per se nicht schlecht und man kann von anderen mit mehr Erfahrung lernen. Doch ein Zuviel davon kann uns auch von uns selbst wegbringen. Und dann merke ich irgendwann: Ich bin müde, uninspiriert, tue und mache, aber irgendetwas stimmt nicht… die Leidenschaft, die Begeisterung, der Funke fehlen – obwohl das Thema an sich mich begeistert. Ich merke mehr und mehr, dass das dann passiert, wenn ich vor lauter Stimmen und Meinungen im Außen die Impulse aus meinem Inneren übergehe oder zur Seite schiebe.
Wegbegleiter zurück zu einem selbst
Mir persönlich tut es immer wahnsinnig gut, wenn ich in solchen Phasen jemanden an meiner Seite habe (sei es durch einen Kurs, Workshop oder in einer Einzelbegleitung), der mich sanft an der Hand nimmt, um wieder nach Innen, zu mir zu finden. Nicht, um mir zu sagen, wo es lang geht, sondern um den Nebel wieder zu lichten, was zu mir gehört und was von anderen kommt (und das können auch alte, tief festsitzende Glaubenssätze sein, die wir schon lange mit uns rumtragen und die immer wieder durchkommen und wie Winden alles überwuchern) – oder um mir meine blinden Flecken zu zeigen.
Gerade schreibe ich auch viele meiner Einsichten dazu in einem Journal auf und spüre wieder, wie erleichternd es sich anfühlen kann, nicht nur über Dinge nachzudenken, sondern sie wirklich handschriftlich auszudrücken. Es macht einen Unterschied – und du kannst später darauf zurückblicken, was oft sehr spannend ist.
Sich an die Weisheit erinnern, die wir in uns tragen
Mir wird dabei auch wieder klar, dass ich tief in mir drin schon sehr viele Dinge sehr genau weiß: Was mir wirklich wichtig ist, wofür ich wirklich brenne, was mich und die Art, wie ich Dinge tue, ausmacht. Nur manchmal vertraue ich dem nicht genug. Oder übersehe etwas davon. Vor allem dann, wenn ich mich zu sehr an dem orientiere, was ich bei anderen, im Außen, sehe.
Was mir hilft, ist, mich dann wieder an all die wundervollen, bereichernden Momente zu erinnern, die daraus entstanden sind, dass ich meinem Herzen und einem tieferen, inneren Wissen gefolgt bin, weil es lauter war als alles im Außen.
Vielleicht ist das ja auch für dich ein Impuls oder eine Erinnerung, die dir gerade weiterhilft : )
P.S. Hier noch ein aktueller Instagram-Post, der sich auch darum dreht, warum wir uns oft selbst verlieren
P.P.S. Dieser Text ist aus meinem Museletter – hier kannst du ihn abonnieren und ich schicke dir außerdem mein digitales Booklet mit 12 Inspirationen für mehr Balance

Time to reflect (vielleicht heute ja mal handschriftlich):
Wann fühlst du dich ganz bei dir, wobei blühst du auf?
In welchen Situationen bist du vor allem bei anderen und willst ihnen imponieren oder gefallen?
Wie kannst du den Unterschied merken, fühlen, spüren?
In welchem Verhältnis steht das, was du im Außen tust, zu dem, was du für die Verbindung zu dir selbst tust?
Wegbegleiterin gesucht?
Wenn du gerade jemanden suchst, der dir hilft, wieder mehr zu dir selbst zu finden und dir selbst mehr zu vertrauen, kannst du jederzeit ein kostenloses Vorgespräch für eine 1:1 Begleitung mit mir vereinbaren.
Und falls du sonst Fragen hast, melde dich ebenfalls gerne : )
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