
Ich konnte es kaum erwarten, in Portugal – und v.a. „Mitten im Nirgendwo“ – anzukommen, um für ein paar Tage den Alltag hinter mir zu lassen und in die Wildheit und Weite der Landschaft und viel Praxis mit meiner Lehrerin und meinen Kolleginnen/Freundinnen einzutauchen.
Nach fast 3 Stunden Fahrt, den letzten Teil über ziemlich staubige, löchrige Wege den Berg hinauf, waren wir endlich angekommen. Der entspannte Teil konnte beginnen…
Also wollte ich erst einmal auspacken. Ich gab meinen Zahlencode ein. Und: Der Koffer öffnete sich zu meiner Überraschung nicht.
„Sch….“, dachte ich, blieb aber erst einmal noch ruhig.
Mein Freund hatte den Koffer erst vor Kurzem geliehen und es hatte sich etwas im Mechanismus des Zahlencodes verhakt und sich die Nummer verstellt… Nach 200 Versuchen war der Koffer wieder offen.
Ich wäre ausgeflippt, dachte ich, als er die Geschichte erzählte (v.a. da er Workshops zu leiten hatte und seine ganzen Unterlagen im Koffer waren).
Gelassen bleiben in herausfordernden Momenten
Und jetzt saß ich hier mitten im Nirgendwo und hatte vermutlich dasselbe Problem. Es gab nur an einigen Stellen Internetverbindung, also versuchte ich, erst diese Stellen und dann eine Lösung für mein Problem zu finden.
Das Internet meinte, in ca. 40 Minuten sollte man angeblich alle 999 möglichen Kombination durchgehen können. Und da ich keine andere Wahl hatte, entschloss ich mich, genau das zu tun – und es als eine Art Meditation anzugehen.
Denn Meditation hat vor allem mit Fokus zu tun. Das, worauf wir uns fokussieren (die Atmung, ein Mantra, eine Visualisierung, physische Empfindungen – oder eben ein Zahlenschloss), ist oft gar nicht so wichtig.
D.h. natürlich kann meine Intention für das, warum ich meditiere, die Wahl meiner Meditations-Art beeinflussen, aber wenn es in erster Linie um Fokus geht, kann uns vieles dienen.
Und ganz ehrlich, wäre ich diese Aufgabe nicht in diesem Spirit angegangen, wäre ich ungeduldiger gewesen und hätte mich um einiges mehr geärgert.
So habe ich es einfach als Praxis gesehen.
Gelassenheit üben beginnt mit Loslassen
Das Blöde war nur: Der Koffer ging auch nach 999 Versuchen nicht auf…
Dem mit Gelassenheit zu begegnen, war noch einmal eine andere Herausforderung.
Und eine Übung, um loszulassen –
die Idee davon loszulassen, wie ich mir diese paar Tage vorgestellt hatte
und zu akzeptieren, dass manches einfach nicht zu kontrollieren ist.

Was wir tun können, ist: uns vorzubereiten.
Aber nicht im Sinne von „alles im Außen organisieren und absichern“.
Sondern im Sinne von: innerlich arbeiten und dabei zu lernen, dem,
was ist, immer wieder mit Akzeptanz zu begegnen. Denn aus der Akzeptanz entsteht Gelassenheit.
Akzeptieren, dass ich erst einmal enttäuscht bin, verwirrt oder überfordert. All das auch zu fühlen, statt es zu ignorieren oder zu überspielen. Und dann aber diese Gefühle wieder gehen lassen und nicht ewig daran festhalten.
Und auch die Frage nach dem „Warum?“ gehen lassen.
Denn sie bringt uns sehr oft nicht weiter, sondern sorgt dafür, dass wir uns in eine Sache verbohren, sie analysieren wollen und intellektuell angehen.
Und das blockiert uns dabei, einfach ins Fühlen einzutauchen, bis neue Gefühle auftauchen und Platz haben.
Gefühle fühlen schafft Raum
Über das Fühlen schaffen wir jedoch mehr Raum mehr für all das, was nebenbei existieren kann:
Meine Vorfreude auf die Zeit mit meiner Lehrerin und meinen Freundinnen. Meine Neugierde auf das, was wir tun und lernen würden.
Die Dankbarkeit, in Portugal und der Natur zu sein.
Meine Entschlossenheit, diese Herausforderung als eine Situation zu sehen, die mich etwas lehrt.
Der Spaß und Humor, die in dieser Situation wichtig waren.
Formale Praxis als Basis für die Anwendung im Alltag
Meine „formale Praxis“, also meine Übungen und Praktiken wie Non-Linear Movement, Meditation, Selbstreflexion usw. ist für mich deshalb auch immer die Quelle, aus der ich im Alltag schöpfe, wenn das Gelernte angewendet werden will.
Und damit das gut gelingt, braucht es eine gewisse Routine. Je geübter wir sind, desto schneller und einfacher können wir in Akzeptanz, Entspannung, Gelassenheit usw. hinein finden.
Meine Praxis ist darum nicht nur Praxis um der Praxis willen, sondern die Basis für einen Alltag und ein Leben mit mehr Gleichgewicht und Entspanntheit.
Das Schöne ist, wenn du einmal die Grundprinzipien von etwas gelernt, verstanden und integriert hast, kannst du sie für dich auf individuelle Weise anwenden
Du möchtest dich auch in mehr Gelassenheit üben oder wünschst dir mehr Entspannung?
Entspannung üben wir gemeinsam in den vier Workshops des Wild Woman´s Circles im Herbst + Rituale, die dir gut tun und dich nähren, wenn du ein bisschen liebevolle Zuwendung brauchen kannst.
P.S. Dieser Text ist aus meinem Museletter. Wenn du dich regelmäßig von meinen Gedanken, Reflexionsfragen, Erfahrungen und Tipps inspirieren lassen möchtest, dann melde dich gerne HIER zu meinem Museletter an.
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