Der Frühling kommt! Diesen Monat ist nicht nur mit dem 20. März Tag- und Nachtgleiche und offiziell Frühlingsanfang, es wird auch jeden Tag zunehmend grüner, farbenfroher und heller draußen. Was für ein Glück…! Für mich persönlich macht das einen großen Unterschied und wirkt sich darauf aus, wie viel Energie ich habe und wie ich mich fühle. Gib mir fünf Minuten in der Sonne und/oder umgeben von Blumen und ich bin ein anderer Mensch (ein bisschen zumindest)!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du das auch kennst. Und es ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich unsere Stimmung (und also unser temporärer Zustand) verändern kann. Ähnlich wie mit der Sonne geht es mir zum Beispiel mit Umarmungen – auch sie schenken mir sehr schnell ein besseres Gefühl.

Es gibt viele Dinge, die uns dabei helfen können, unseren Zustand temporär zu verändern – und die meisten davon sind mit unserem Körper und unseren Sinnen verbunden:

Sonne = mehr Wärme und Licht > mehr Entspannung und gute Laune (auch durch das Glückshormon Serotonin)

Umarmung = Nähe, Verbundenheit > Entspannung, bessere Laune (auch dank der Hormone Oxytocin, Serotonin und Dopamin)

Wie und wer wir sind, das bestimmen eine Reihe von Faktoren

Wo wir sind, mit wem wir zusammen sind, wie wir atmen, welche Haltung wir einnehmen, unser Gesichtsausdruck, unsere Körperspannung… alle diese Dinge beeinflussen, WIE und damit auch ein bisschen WER wir in einem bestimmten Moment sind.

Ändern wir nur eine der Komponenten, verändern wir auch uns selbst, zumindest im Kleinen und für den Augenblick, auch wenn uns das oft nicht bewusst ist. Wir verändern also unseren Zustand (das merken meine Klientinnen z.B. bei Embodiment Coachings oft relativ schnell, wie wenig es für die Veränderung des Zustands manchmal braucht).

Wenn wir nun aber „uns“, sprich die Ansammlung unserer Prägungen und Muster über viele Jahre, verändern wollen, braucht des logischerweise mehr Zeit und Regelmäßigkeit, bis ein altes Muster überschrieben ist und ein neues Verhalten, eine neue Qualität oder Fähigkeit sozusagen unsere neue Natur, ein Teil unseres „Seins“ geworden ist (und darum gebe ich auch immer „Hausaufgaben“ in den Coachings und mache regelmäßige Check-Ins, um zu sehen, was sich im Alltag über die Zeit verändert).

Wer und wie wir sind lässt sich verändern

Vor kurzem habe ich in der ZEIT einen Artikel gelesen, in dem es darum geht, dass wir oft annehmen, ‚wir sind einfach so‘, dass aber vieles (nicht alles) davon Muster, Gewohnheiten und Geschichten sind. In vielerlei Hinsicht können wir also lernen, Qualitäten und Fähigkeiten zu entwickeln und zu stärken, wenn wir das wollen.

Sollen wir das wollen? Ich glaube, wir müssen unterscheiden zwischen unendlichem Optimierungswahn, der Idee, dass wir etwas tun oder verändern müssen, weil wir sonst nicht gut genug sind und dem Stärken von Selbst-Vertrauen und anderen Eigenschaften, die uns dabei unterstützen, mehr wir selbst zu sein und mit mehr Leichtigkeit, Akzeptanz und Freude durchs Leben zu gehen. Zweiteres ist das, worum es mir geht.

Die Geschichten, die wir uns oft selbst erzählen

Um nochmal auf die Geschichten einzugehen, die wir uns oft selbst erzählen und die unser Bild von uns formen: Ich habe gerade erst mit einer Freundin darüber gesprochen, wie wir uns beide lange Zeit eingeredet haben, dass wir „schlecht im Sport“ sind: vielleicht, weil wir eher unter den letzten in ein Team gewählt wurden, nicht zu den offensichtlichen Talente gehörten, manchmal ein bisschen tollpatschig waren oder einfach nicht unseren Sport gefunden haben.

Jedenfalls hat diese Annahme uns beide lange Zeit entmutigt, Sport hat uns keinen Spaß gemacht und wir haben es erst gar nicht mehr richtig versucht, nicht mehr viel Zeit und Energie investiert, um herauszufinden, ob das wirklich wahr ist, was wir irgendwann ganz fest angenommen haben: dass wir schlecht im Sport sind.

Heute denken wir beide anders. Ich bin sicher immer noch keine Top-Sportskanone, aber ich glaube auch nicht mehr, dass ich schlecht im Sport oder unsportlich bin und es gibt durchaus Aktivitäten, die mir Spaß machen.

Ich traue mich zu sagen, dass ich viele Eigenschaften und Fähigkeiten gestärkt habe (z.B. Selbst-Vertrauen, Sanftheit und Entspanntheit, Grenzen-Setzen, Körpergefühl), seit ich mich mit Embodiment beschäftige und den Körper in meine Prozesse miteinbeziehe. Und ich kann auch sagen: Man schnippt nicht einfach mit dem Finger und ist ein selbstbewussterer oder entspannterer Mensch. Es ist ein Prozess. Doch für mich ist er es immer wieder wert, wenn ich sehe und fühle, was mir das Mich-Einlassen darauf schenkt. Und ich freue mich auch über die kleinen Schritte, die ich mache und wenn ich entdecke, dass ich vielleicht auch doch noch ganz anders sein kann, als ich immer dachte… ; )

Insofern möchte ich dich heute ermutigen und inspirieren, deine Annahmen – über dich selbst, oder auch andere – immer wieder einmal in Frage zu stellen und zu schauen:

Stimmt das wirklich, oder ist es nur eine Geschichte?

Ein paar Fragen für dich zur Reflexion:

Ich finde, der Frühling ist eine gute Zeit, zu entstauben und zu entrümpeln und dazu gehören vielleicht auch unsere Annahmen und alten Geschichten… ; )

– Welche Geschichte erzählst du dir selbst, für die es Zeit ist, sie einmal zu hinterfragen?

– Was hast du eventuell von dieser Geschichte? Warum fällt es dir schwer, sie loszulassen?

– Was würde passieren, wenn du sie neu schreiben könntest?
(… du kannst das durchaus wörtlich nehmen und sie einmal neu schreiben… Auch das macht etwas mit uns und kann dir Klarheit schenken)

Das ist ein (leicht veränderter) Text aus meinem Museletter

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P.S. Hast du Lust einmal bei einer meiner Non-Linear Movement Klassen dabei zu sein? Durch intuitive Bewegung (inspiriert von geführten Impulsen) und Musik kannst du dich wieder mit dir und deinem Körper verbinden, loslassen und entspannen. Die erste Teilnahme bei mir ist für dich kostenlos, schreib mir gerne.

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